Hautnah Dabei

Lernen Sie unsere Familie kennen. Mit umweltfreundlichen Grüßen von Haus zu Haus:


Linkes Bild: Ibrahim und seine Familie                                                                                                                                                                                               Rechtes Bild: Moses beim Pflücken

In der letzten Novemberwoche 2019 besuchten wir unsere Bio-Baumwollbauern in Uganda. Gulu ist eine Stadt im Norden und sehr grün. "Bio" ist hier Standard - etwas anderes kennen die Menschen (zum Glück noch) nicht. Die GADC (Gulu Agricultural Development Company) organisiert den Betrieb rund um unsere Bio-Baumwolle. Die Landwirte in der Gegend bauen unterschiedliche Pflanzen an; darunter Bio-Baumwolle, Mais oder Sesam. Hier wird noch per Hand gepflückt. Vergleichsweise zur Massenindustrie sind die Bio-Baumwoll-Felder klein und werden liebevoll "Organic Cotton Gardens" genannt.

V. l. n. r.: Griffin und Peter (beide Manager bei der GADC), Joyce (Verantwortlich für den Store -ja, eine Frau!) und Ibrahim (Bio-Baumwoll-Bauer; der aufmerksame Leser erkennt ihn vom obigen Foto).

Nach dem Pflücken bringen die Bauern ihre Ernte in den für sie zuständigen "Store".  Hier wird es bürokratisch:
  1.  Prüfung, ob der Bauer bei der GDAC gelistet ist. Dies dient der Bio-Zertifizierung und gewährleistet die Schulung der Bauern.
  2.  Wiegen der Ernte (ggf. muss noch getrocknet werden, wenn diese zu feucht ist).
  3.  Überwachung der Erntemenge: dies dient der Bio-Garantie. Aufgrund der Vorjahresernste schätzen die Bauern im Vorfeld, welches Gesamtgewicht zu erwarten ist. Wird dies überschritten, ist das ein Indiz für konventionelle Düngemittel und wird untersucht.
  4. Ausstellung eines Belegs über Datum, Gewicht, Identnummern von Bauern und Store.
  5.  Ausstellung eine Belegs bei Abholung der gesammelten Bio-Baumwolle von der GADC.

Die GADC holt die Bio-Baumwolle zur Verarbeitung ab.  Hier wird noch einmal gewogen und ggf. erneut getrocknet. Ob die Bio-Baumwolle zu feucht ist, prüft ein Hygrometer. Über die Notwendigkeit einer erneuten Prüfung entscheiden die Manager wie Peter, Patrick oder Griffin aber durch ihre Sinne: Wie fühlt sich die Bio-Baumwolle an? Wie riecht sie? Bei Zweifeln gibt es den Biss-Test. In der noch unverarbeiteten Bio-Baumwolle sind Samen. Wenn diese trocken sind, hört man ein Knacken, wenn man darauf beißt, fast wie bei einem Keks. Wieder einmal ein Pluspunkt für Bio - wer möchte schon chemisch behandelte Baumwolle direkt in den Mund nehmen?!?!

Dann kommt die Bio-Baumwolle in eine der sechs Lagerhallen. Von dort aus wird der Rohstoff über ein Vakuum-Rohrsystem in die unterschiedlichen Maschinen eingespeist. 

Maschine Nummer eins hat den groben Dreck (z. B. Blattreste) aussortiert, trotzdem wird noch einmal per Hand nachsortiert. Die Bio-Baumwolle wird dann über Schächte nach unten in eine weitere Maschine "getreten". Ein weiterer Punkt mit direktem Hautkontakt. Wie gut, dass es Bio ist! 

Damit die natürliche Reinheit gewährleistet bleibt, ist es für alle Mitarbeiter*innen sehr wichtig, vor Arbeitsantritt die Berührungsstellen gut zu waschen und von Schmutz, Parfum, Creme oder Deo zu befreien.

In der Bio-Baumwolle befinden sich Samen; das ändert sich jetzt! Durch den Schacht fällt die Bio-Baumwolle in eine Maschine, welche die reine Baumwolle von deren Samen trennt. Beides wird weiterverarbeitet. Die Samen werden in einer Zweigstelle der GADC zu Öl gepresst. Daraus wird besonders oft Seife hergestellt.

Unsere Bio-Baumwolle wird von Samen - zur nächsten und vorerst letzten Maschine befördert.

Der letzte technische Arbeitsschritt in Gulu bei der GADC ist das Pressen der Bio-Baumwolle. Voll automatisch wird die gepresste Portion dann zum Verpacken gefahren. Hier packen wieder Hände zu, verknoten, wiegen und beschriften den fertigen Sack Bio-Baumwolle (einer wiegt um die 215 kg). Der wartet dann mit vielen anderen im trocknen Lager auf die Verschiffung nach Deutschland.

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